Holunderblütensirup

Eigentlich sollte mein nächster Blogartikel sich um unsere letzte Runde "Strick und Schick" in der Grundschule drehen. Doch der muss nun kurz hintenan stehen. Denn bei meinen letzten Streifzügen durch Dorf und Natur (und auch im eigenen Garten) fiel mir auf, dass die Holunderblüte kurz bevor steht. Und das duftet immer so herrlich... Einfach unbeschreiblich. Wer es selbst noch nie gerochen hat, hat etwas verpasst. Wenn dieser frische, süßliche, aromatische Duft in der Luft liegt, weiß ich 1. dass endlich richtig Frühling, Sonne und Wärme angekommen sind und 2. dass ich unbedingt Holunderblütensirup brauche. Wofür ist dabei erstmal zweitrangig. Holunderblütensirup kann man einfach immer gebrauchen! Die Kinder trinken ihn gern einfach nur mit stillem Wasser verdünnt (ich auch). Er schmeckt auch lecker mit kohlensäurehaltigem Wasser und ein paar Eiswürfeln. Und natürlich schmeckt Hugo (mit und ohne Alkohol) mit selbstgemachtem Holunderblütensirup und Minzeblättern aus dem eigenen Garten am allerallerbesten.

Holunderblütensirup

Nun aber genug geschwärmt, jetzt kommen die harten Fakten: In meinem Garten reifen und gedeihen seit 2 Jahren 2 kleine, aber tapfere Holunderbüsche heran. Sie tragen in diesem Jahr schon einige Blütenstände, aber die sind mir zu schade zum Pflücken. Denn: Später, wenn es auf Herbst zugeht, liebe ich es mindestens genauso, die reifen, dunklen Holunderbeeren zu ernten und daraus Holundersaft oder -gelee zu kochen. Also streife ich zur Blütezeit immer durch unsere ländlichen Wiesen, Felder und Wälder und pflücke Dolden in Hülle und Fülle aus der freien Natur. Wir wohnen, zu meinem Glück, in einer Ecke Deutschlands, welche mit Holunderbüschen gesegnet ist - ganze Waldränder und Sandwege sind damit gesäumt. Und da kann ich auch halbwegs sicher sein, dass die "Bio" sind. Denn außer ein paar Rehen, gut vielleicht auch mal ein Hund, kommt da nichts anderes ran. Straßen und autobefahrene Wege sind weit genug weg, genauso wie bewirtschaftete Felder und Äcker.

Dieser herrliche frische Duft begleitet mich auf meinem Weg nach Hause und aromatisiert die gesamte Terrasse. Und hier findet auch der Großteil der Holunderblütensirupproduktion statt.

Holunderblütensirup

Zutaten und Zubereitung

Für ca. 4 Liter fertigen Holunderblütensirup brauchst Du:

  • 15 - 20 Holunderblütendolden
  • 5 Liter Leitungswasser
  • 2 Kg Rohrohrzucker
  • 4 Bio-Zitronen
  • einen ausreichend großen Topf, Zitronenpresse, Holzlöffel, Passiertuch/Geschirrtuch, ein zweiter großer Topf, Trichter zum Einfüllen, leere, ausgekochte Flaschen, Etiketten

Holunderblütensirup

Die Holunderblütendolden durchsuche ich zuerst nach Ungeziefer und Blattresten und schneide die groben Stiele ab. Ich wasche die Blüten nicht vorher ab, da sie dabei den Blütenstaub und somit viel Aroma verlieren.

In der Zwischenzeit kannst Du schon das Wasser zusammen mit dem Zucker aufkochen, bis dieser sich aufgelöst hat. Dann den Herd ausstellen.

Holunderblütensirup

Nun presst Du die Zitronen aus und gibst den Saft zusammen mit den Holunderblüten in das aufgekochte Wasser. Die Blüten drücke ich mit dem Holzlöffeln nach unten, der Deckel kommt auf den Topf und so bleibt das Ganze für 2-3 Tage stehen. Drei bis viermal am Tag sollte der Sirupansatz umgerührt werden.

Wenn Du meinst, der Sirup ist aromatisch genug, kannst Du ihn durch das Passiertuch in den zweiten Topf seihen. Diese Flüssigkeit kochst Du nun noch einmal auf und füllst sie direkt heiß in die sauberen Flaschen durch den Trichter ein.

Holunderblütensirup

Fest verschlossen, kühl und dunkel gelagert hält der Sirup sich bis zur nächsten Saison. Bis dahin hat es allerdings bei uns noch keine Flasche geschafft. Er ist einfach zu lecker.

Holunderblütensirup

Wenn Du noch ein paar tolle Getränke- oder Rezeptideen mit Holunderblütensirup hast, darfst Du mir sie gern verraten.

 

Einen süßen Genuss wünscht Dir Dein Querk(n)opf!

Kommentare

Linni - ombidombi.de (nicht überprüft)

Hi,
ich liebe selbstgemachten Holunderblütensirup. In unserem Garten in Deutschland hatte ich zwei riesige Pflanzen, schon eher Bäume als Sträucher, da gab es zum Glück immer genug Blüten für Frühling und Herbst! :) Ich hab ein ähnliches Rezept wie Du, allerdings mit deutlich weniger Wasser (2 statt 5 Liter) - vielleicht ist das ein Tippfehler?
LG Linni

@ Linni (nicht überprüft)

Das mit den 5 Litern stimmt schon. Ansonsten sind mir 2 kg Zucker selbst für Sirup doch zu viel und zu süß auf 2 Liter Flüssigkeit. Bei uns hält der Sirupnie solange vor, dass er durch Unmengen an Zucker konserviert werden muss. Denn das ist letztendlich seine Hauptfunktion im Sirup.
Aber ich kenne diese Rezepte auch mit viel mehr Zucker. Letzten Endes ist es hier wie mit jeder Kochaktion: Die persönliche Empfindung und Erfahrung verfeinert das Rezept.