Listen gegen das organisierte Chaos

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"Jetzt leg' ich mir doch wieder eine Liste an!"

Kennst Du das auch? Man weiß ja eigentlich ganz genau, wann welcher Termin ansteht und dass davor noch 1001 Sachen erledigt werden müssen. Und trotzdem kommt wieder hier etwas dazwischen und dort ist etwas unheimlich wichtig und (na klar) ganz schnell zu bewerkstelligen. Ich bin Meisterin im Multitasking und ich schaffe es locker 5 Aufgaben nebeneinander abzuarbeiten. Zumindest war das immer so. Doch nun gehe ich langsam auf die nächste 0 zu und irgendwie reicht meine Energie oft nur noch für maximale 3 Dinge gleichzeitig. Ich weiß, andere Leute können sich nur auf eine Sache konzentrieren, aber das war noch nie mein Anspruch und ich arbeite sowieso am besten unter Druck. Wenn ich weiß, morgen ist Abgabetermin, laufe ich zu Höchstform auf.

Multitasking

Es läuft...

Und dann gibt es da eben nur 2 verschiedene Zeiten. Zum einen die, wo alles ruhig und geordnet neben- und nacheinander abläuft. Termine kommen und werden abgehakt, die wichtigen Dinge zuerst erledigt, dann auch noch die, die schon lange herum liegen und darauf warten abgearbeitet zu werden und danach bleibt sogar noch Zeit zum Löcher in die Luft starren und Beine hochlegen. Gut, ich gestehe, das hört sich jetzt romantischer an, als es wirklich ist. Aber auf jeden Fall ist in diesen Zeiten alles (neudeutsch) im Flow, es flutscht. 

Daumenhoch

... nicht direkt flüssig, aber läuft...

Ja und zum anderen... Das sind die Zeiten, wo jeder noch so schöne Plan, jede Vorstellung eines geordneten Tagesablaufs über den Haufen geworfen werden darf. Da sitze ich gerade am Blogartikel und das Telefon klingelt: "... Ihre Tochter fühlt sich nicht gut, Könnten Sie bitte..." oder ich habe mir eben Gartenklamotten übergeworfen, da steht der Nachbar am Zaun: "... kannst Du mal eben schnell..." und immer wieder sehr erfrischend ist es, wenn nachts plötzlich ein kleines oder größeres Gespenst neben meinem Bett flüstert: "Mama, mir ist so schlecht...". Egal welche Situation, meine grauen Zellen beginnen sofort Berechnungen und oft braucht es nicht höhere Mathematik um zu wissen, dass ich in nächster Zeit sicher keinen vernünftigen Artikel zustande bekomme, der Rasen in einen Dschungel mutiert und das neue Buch weiter brav mit dem Lesezeichen auf Seite 157 vor sich hin schlummert. Aber ich wäre ja nicht Meisterin der Organisation, wenn ich nicht trotzdem versuchen würde, Nudelwasser aufzusetzen, schnell ein Formular auszufüllen, den Laptop hochzufahren, Nudeln ins Wasser, Briefe kuvertieren, umrühren, Bild bearbeiten, Tisch decken und während des Essens schon den Plan für 45 Minuten Mittagspause auszuarbeiten. Wenn alle noch etwas träge vom Essen sind, kann ich doch schnell... Und während des Rasenmähens kann ich wunderbare Texte ausarbeiten - Zeit am Laptop gespart. Die verwende ich für das nächste Nähprojekt...

Stop

Bremse ziehen

Irgendwann ist eben doch mal gut. Und selbst ich stoße manchmal an meine Grenzen. Seit geraumer Zeit (wahrscheinlich seitdem ich auf dem Yogaweg bin, das gibt genug Stoff für einen der nächsten Blogeinträge) fällt es mir gar nicht mehr schwer zu sagen: "Jetzt ist Zeit für Pause!". Dann atme ich durch, entschleunige und setze mich tatsächlich in aller Ruhe hin. Noch vor zwei Jahren wäre das undenkbar gewesen, besonders für mich. Aber mittlerweile werde ich ruhiger - das muss am Alter liegen. Und neuerdings mache ich mir eben wieder eine Liste ... oder zwei ... oder drei ...

Je planmäßiger die Menschen vorgehen, desto wirksamer trifft sie der Zufall. (Friedrich Dürrenmatt)

Früher habe ich nur nach Liste gearbeitet. Bis zum ersten Kind hat das noch ganz geklappt. Ein Häkchen war ein Glücksmoment, eine ganze Liste wegwerfen zu können war ein Anlass zum Feiern. Dann kam ein weiteres Kind dazu und die Listen wurden immer länger. Und was noch schlimmer war: Sie lagen da so herausfordernd und mahnend unabgehakt herum. Ein stummer Schrei nach Erledigung und eine Drohung an mein Gewissen, dass ich bald nachts nicht mehr ruhig schlafen könne, wenn nicht schleunigst Häkchen dazu kommen. Also entschied ich mich für das organisierte Chaos und gegen Listen der stillen Mahnung. So lebte ich ganz gut für eine sehr lange Zeit, die verdammt schnell verflog. Und eigentlich würde ich so auch weiter machen. Aber das Alter bringt solche Begleiterscheinungen wie Vergesslichkeit, Müdigkeit und leichte Zipperlein mit sich, die ich nun langsam nicht mehr ignorieren kann. Besonders dann nicht, wenn eins der Kinder mal wieder sagt: "Das wolltest Du doch schon letzte Woche..." oder "Ich habe Dir schon 1000 Mal gesagt, dass...". Noch schlimmer wird es, wenn ich trotz Kalendar neben der Tür und läutender App den nächsten Arzttermin vergesse oder eine Mahnung mich an die vergessene Rechnung erinnert.

Postit

Nützliche Helfer

Listen machen kann ja heute auch schon wieder eine Aufgabe für sich werden. Wenn ich jedenfalls das Netz so durchforsche, wofür und welche Tools so von unterschiedlichen Leuten genutzt und empfohlen werden. Wenn ich da an meine Zettelwirtschaft von früher denke... Es gibt ja nicht nur gelbe Postits (ist das eine zulässige Steigerung? Liest sich seltsam...) , es gibt sie in rot und blau und grün oder schlicht weiß. Da kann man schön nach Kategorien ordnen. Aber das ist heutzutage viel zu trivial, zu sehr oldschool und völlig unprofessionell. Nun muss ich zugeben, ich bin ein kleiner Techniknerd - liegt wohl an der Ausbildung. Jedenfalls urteile ich hier nicht ohne das ein oder andere Gadget nicht ausprobiert und, ich gestehe, dauerhaft genutzt zu haben bzw. noch in Benutzung zu haben.

Pinterest

Hier ist meine Listen-Erstellen-und-Im-Blick-Behalten Top 5:

5. Wunderlist - Viel gibt es zu der App nicht zu sagen. Sie tut, was sie soll. Die Listen kann man alphabetisch ordnen. Man kann sich mit anderen Personen synchronisieren und gemeinsam abarbeiten. Mir fehlt das sortieren nach Datum. Ich nutze es nicht mehr.

4. Trello - Schon eine sehr schöne und umfangreiche App. Die Listen kann man ganz individuell und immer wieder neu anordnen und sortieren, nach Datum, Fälligkeit ... Ich nutze Trello nicht für akute und kurzfristige Aufgaben, sondern für weitreichende Projekte, wie den Blog oder die Planung einer Feier etc.

3. Kalendar- oder Memofunktion des Smartphones - Immer wieder einfach, aber effektiv. Hat jedes Handy und hilft immer schnell, wenn man auf der Elternversammlung mal eben einen Termin eintragen muss oder beim Arzt den nächsten Besuch checken. Und einmal richtig konfiguriert, wird man immer pünktlich vor dem Termin erinnert. Ist allerdings nicht geeignet, um systematisch Listen abzuarbeiten oder Projekte zu verwalten.

2. Evernote - Von allen Apps meine Liebste. Besonders weil sie auch offline perfekt funktioniert und ich sie auch auf dem Rechner nutzen kann. Darüber hinaus ist sie auch perfekt zum planen und schreiben von neuen Blogeinträgen geeignet und für Designplanung.

1. Zettelwirtschaft!!! - Ja, ich bin schon seeeeeeeeeehr alt. Und ja, ich schreibe noch gern mit der Hand. Und ja, ich klebe noch Zettelchen an Wände oder Schränke. Da habe ich sie einfach immer im Blick und werde ständig erinnert. Das dringt tiefer in mein Bewusstsein vor und erzeugt mehr Druck bei mir. Und unter diesem arbeite ich, wie erwähnt, am besten. Und um das Ganze zu toppen, habe ich sogar ein kleines, altmodisches Merkheftchen immer in meiner Handtasche. Man weiß ja nie, wo einen ein Gedanke oder eine Idee erwischt...

Liste

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat die schönste Liste im Land

Mein Fazit: Für alles rund um den Blog nutze ich Evernote auf dem Handy und Laptop. Da sind alle Daten sicher und umfangreich gespeichert und sofort weiter zu verwenden, wenn es ans veröffentlichen geht. Für private Termine nutze ich die Kalendarfunktion und für alles was so tagtäglich abgearbeitet werden muss oder einfach als Gedankenstütze für anstehende Ereignisse dient, klebe ich mir ein Zettelchen.

Wie organisierst Du Dein Chaos? Vielleicht hast Du ja auch noch einen guten Listentip für mich oder andere Meinungen zu den genannten Alternativen. Ich bin gespannt auf Deinen Kommentar!

 

Dein chaotischer Querk(n)opf!