Von Taschen und Nähmüdigkeit

Es läuft nicht immer alles nach Plan - besonders nicht mit Kindern. Aber es läuft. Dass ich etwas interessant oder schön finde, heißt nicht zwangsläufig, dass meine Nähbienen auch in Begeisterung verfallen. Aber ich bin auch in fortgeschrittenem Alter noch lernfähig und weiß mittlerweile: Hauptsache, es ist ausreichend Material da - kreativ sind die kleinen Köpfe und ich bin flexibel genug der Situation entsprechend zu reagieren.

Strick und Schick 03/18

Die Planung daheim - Ich war so gut vorbereitet

 

Es ist ja nicht so, dass ich nicht vorher fragen würde. Spätestens gegen Ende jeder Strick und Schick Einheit frage und erforsche ich, was die Mädels und Jungs in der nächsten Stunde an- und herstellen möchten. Alles was ihnen so vorschwebt und an kreativen Ideen durch den Raum schwirrt, fange ich dann auf und sortiere schon gedanklich vor, was davon umsetzbar ist und am häufigsten genannt wird. Basierend auf dieser Art Mind Map stimmen wir gemeinschaftlich ab, was ich für unser nächstes Treffen vorbereite.

Und da nun beim letzten Mal die Wahl auf Taschen und Mützen fiel, besorgte ich die passenden Stöffchen, nähte ein zwei Mützchen hier vor, suchte zwei drei Täschchen (davon habe ich immer genug auf Vorrat) da als Muster heraus, legte ein paar Schnittmuster dazu und stellte Hardware bereit.

Strick und Schick 03/18Strick und Schick 03/18

So verbringe ich einige Vormittage mit den Vorbereitungen für unsere Handarbeits AG, die mir immer mehr Freude bereitet. Besonders da sich im Laufe der Zeit richtige Talente und Engagement entwickeln. Ich bin, wie ich denke, ganz gut eingespielt mittlerweile und kenne "meine Pappenheimer" ;-). Darum weiß ich auch, dass es immer gut ist, nicht zu viel und zu sehr zu wollen.

Auch an diesem Mittwoch hatten die zukünfigen Designer ihre eigenen Vorstellungen...

 

Strick und Schick 03/18

 

13.45 Uhr - Wir wollen was anderes

 

Ich habe also meine sieben Sachen gepackt und wieder in die dritte Etage befördert. Das bringt mich nicht mal mehr in's Schwitzen - höchstens ein leises "Uff". Und so stehe ich dort im Klassenraum unterm Dach, drapiere alle Muster und Stöffchen schön, verkabele die Hardware und versuche gut vorbereitet auszusehen. Schon beim Eintreffen der ersten Teilnehmerinnen kann ich erahnen, wie die Stimmung heute ist und empfange die Reaktionen auf meine Austellungsstücke.

Ok ---> Die Taschen hätte ich daheim lassen können. Die Mütze ---> Na, eine vielleicht... Aber der Stoff gefällt ---> Halleluja!

Und wenn einer Frau ein Stoff gefällt, ist doch alles möglich. Sie haben dann ganz schnell mit sich selbst ausgemacht, dass sie einfach nur einen Sportbeutel nähen möchten. Solch einen Sportbeutel...

Sportbeutel

... wie ihn heutzutage jedes Schulkind (auch Erwachsene, ich weiß! Aber die machen ja bei der AG nicht mit) tragen muss und (seien wir mal ehrlich) schon in zig Varianten hat. Aber eben nicht selbst entworfen und genäht. Viel Entwurf braucht es ja für dieses Modell auch nicht, Papier habe ich immer dabei, zwei DIN A4 Seiten aneinander geklebt, schon steht Größe und Form fest, auf Stoff übertragen, ausschneiden und ran an die Maschinen.

Strick und Schick 03/18

Ein Mützchen durfte es auch noch sein - na immerhin, nicht ganz umsonst vorbereitet.

Strick und Schick 03/18

Sie haben dann fleißig genäht.

Leider stehen uns immer höchstens meine drei Maschinen zur Verfügung. Ich habe bereits angeregt, ob die Schule nicht über eine Investition in diese Richtung nachdenken möchte. Vielleicht tut sich da ja etwas. Denn erstens könnte so eine Maschine (oder gern auch mehrere) auch für andere Projekte an der Schule genutzt werden und zweitens bin ich stark an einer Fortführung der Handarbeits AG in den nächsten Schuljahren interessiert und mit mehr Equipment lässt es sich noch kreativer arbeiten. Vielleicht liest ja jemand mit und hat Ideen oder Anregungen oder weiß aus eigener Erfahrung, wie ich das Ganze noch effizienter und befriedigender für meine jungen TeilnehmerInnen gestalten kann.  

Aber ich schweife ab. So näht eben eine nach der anderen, auch wenn dabei Wartezeiten entstehen. Sie wissen schon, sich in der Zwischenzeit zu beschäftigen. Mir wird auch ohne Nähen dabei nicht langweilig. Irgendwo ist immer ein Faden verschwunden, zu Ende gegangen, hat sich verheddert, muss etwas aufgetrennt werden... Schade, dass ich nur zwei Hände habe.

Pinterest

Fertig gestellt wurde dieses Mal nur ein Mützchen. Denn auch die, die ihren Beutel zu Ende nähten, konnten dennoch nicht mit komplettem Sportbeutel nach Hause gehen. Da war ich unvorbereitet und hatte weder Kordel noch Ösen dabei. Wir nehmen also Arbeit in die nächste Runde Strick und Schick mit. Wenn diese beendet ist und es neue Sportbeutel (auch hier zum zeigen) gibt, machen wir Nähpause. Das Summen der Nähbienen wird immer leiser. Vielleicht auch, weil sie festgestellt haben, dass mit der Maschine nähen nicht bedeutet: Ransetzen, drauftreten, fertig! Sondern dass auch beim Maschinennähen viel Vorarbeit und Arbeit mit den eigenen Händen erforderlich ist. Da können wir auch stricken und dann tun wir das eben demnächst wieder!!!

Nächste Woche ist aber erst einmal die zweite Teilnehmergruppe an der Reihe, denn wir mussten uns aufteilen wegen des regen Zuspruchs. Und was ich dafür schon im Kopf und vorbereitet habe, erfährst Du auf meinem Instagramprofil: querknoepfchen oder auf meiner Facebookseite:quer.knopf.3 . Schau gern rein. Ich freue mich über jeden Besucher!

 

Bis bald,

Dein Querk(n)opf!

Kommentare

Annette Borchert (nicht überprüft)

Ich bin sehr froh, dass wir Sie für die AG gewinnen konnten- ein Gewinn für die ganze Schule!!
Annette Borchert

quermin

Dankeschön Frau Borchert für das Lob. Ich freue mich auch, dass die AG sowohl bei den Kindern als auch bei den Eltern und Lehrern und bei Ihnen gut ankommt.